Ein zentraler Aspekt bei der Erprobung von Hubschraubern ist der Nachweis ausreichender, sogenannter „Reststeuerwege“ in jedem Flugzustand. Diese sind die Steuerreserven, die einem Pilot über den Steuerknüppel zur Verfügung stehen, um bei extremen Manövern, z.B. in der Nähe von Gebirgen, blitzartig auf Böen oder Fallwinde reagieren zu können.

Zur konventionellen Erfassung des Steuerwegs werden bislang Messaufnehmer an mechanischen Elementen der Flugsteuerung installiert, welche die Steuereingaben des Piloten zu den Rotorblättern übertragen. Solche Änderungen an der Flugsteuerung ziehen einen großen Zulassungsaufwand nach sich.

In enger Zusammenarbeit mit dem DLR entwickelte der Entwicklungsbetrieb der SII erstmalig ein berührungsloses, optisches System. Dieses besteht aus einer Kamera, die über dem Steuerknüppel platziert ist. Sie zeichnet die Bewegungen des Steuerknüppels während des Fluges als Video auf.

Die Auswertung der Videodaten erfolgt mit einer speziellen Software, die in der Lage ist, ein Element des Steuerknüppels in den Bilddaten zu detektieren und automatisch zu tracken. Die gewonnenen Daten werden anschließend nachbearbeitet, um sowohl die Steuereingaben als auch den maximalen Weg des Steuerknüppels in einem Diagramm darzustellen.

Das neue System wurde im Rahmen der Qualifizierung eines extern angebrachten Sensorbehälters, an dessen Entwicklung  SII ebenfalls maßgebend beteiligt ist, umfangreich erprobt and anschließend  zum Patent angemeldet.